Joachim Anheier als Direktor des Amtsgerichts Mayen ins Amt eingeführt – Bernhard Schmickler in den Ruhestand verabschiedet

Justizminister Herbert Mertin führte heute Joachim Anheier als Direktor des Amtsgerichts Mayen offiziell in sein Amt ein, welches er seit dem seit dem 24. Juni 2019 innehat. Zugleich verabschiedete er den bisherigen Direktor des Gerichts, Bernhard Schmickler, in den Ruhestand. Der Einladung des Ministers in die Aula der Hochschule für öffentliche Verwaltung waren zahlreicher Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Justiz, Wirtschaft und Verwaltung gefolgt.

Zunächst dankte Mertin Bernhard Schmickler für dessen langjährige Verdienste für die rheinland-pfälzische Justiz: „Fast 18 Jahre lang haben Sie, lieber Herr Schmickler, die Geschicke des Amtsgerichts Mayen geleitet. Mit Fleiß und großer Hingabe haben Sie sich nicht nur der guten Repräsentation des Gerichts gewidmet. Sie überzeugten vor allem auch durch Ihre aufrichtige, gelassene, freundliche und hilfsbereite Art. Für den vor Ihnen liegenden neuen Lebensabschnitt wünsche ich Ihnen alles Gute und viel Zeit für Ihre Familie. Ich hoffe, dass Sie sich noch lange froher Gesundheit erfreuen dürfen.“

Sodann gratulierte der Minister Joachim Anheier herzlich zur Übernahme der Leitung des Amtsgerichts. Er wünschte ihm Erfolg, Gesundheit, aber auch eine stets glückliche Hand für diese herausfordernde Aufgabe: „Sie, lieber Herr Anheier, kennen das Amtsgericht Mayen, an dem Sie seit 28 Jahren arbeiten, wie aus der Westentasche. Sie verstehen es mit diplomatischem Geschick und einem besonderen Gespür für die Befindlichkeiten der Beteiligten scheinbar mühelos alle Herausforderungen zu lösen, die sich Ihnen stellen. Das gilt sowohl für Ihre richterliche Arbeit als auch die Verwaltungsaufgaben. Dem Direktor waren Sie als dessen Stellvertreter viele Jahre ein treuer Ansprechpartner und guter Ratgeber. Daher ist es die logische Konsequenz, dass nun Sie den Takt angeben. Zu Ihrer Ernennung zum Direktor des Amtsgerichts Mayen gratuliere ich Ihnen herzlich!“, so Mertin abschließend.

Information:

Joachim Anheier wurde am 21. August 1958 in Landkern geboren. Er trat im Dezember 1988 in den rheinland-pfälzischen Justizdienst ein und war zunächst als Richter beim Land- und Amtsgericht Koblenz tätig. Nach einer Station bei der Staatsanwaltschaft Koblenz wechselte er an das Amtsgericht Mayen, wo er im August 1992 auch als Richter auf Lebenszeit ernannt wurde. Im Jahr 2003 wurde er an das Oberlandesgericht Koblenz abgeordnet, im Jahr 2005 schloss sich eine weitere Abordnung an das Landgericht Koblenz an. Im August 2007 erfolgte die Ernennung zum ständigen Vertreter des Direktors des Amtsgericht Mayen. Seit dem 24. Juni 2019 ist Joachim Anheier Direktor des Gerichts.

Bernhard Schmickler wurde am 30. Januar 1954 in Löhndorf geboren. Er begann seinen Dienst bei der Justiz des Landes Rheinland-Pfalz im Januar 1983. Nach Stationen bei den Amtsgerichten Sinzig, Altenkirchen, Linz am Rhein sowie dem Landgericht Koblenz wurde er im April 1988 bei letzterem zum Richter auf Lebenszeit ernannt. Von Oktober 1990 an war er für zwei Jahre an das Bundesministerium der Justiz in Bonn abgeordnet. Anschließend wechselte er an das Amtsgericht Bad Neuenahr-Ahrweiler. Im Jahr 2000 folgte eine Abordnung an das Oberlandesgericht Koblenz. Von September 2001 bis zu seinem Ruhestandseintritt zum Ende Mai 2019 war Bernhard Schmickler sodann Direktor des Amtsgerichts Mayen.

Das Amtsgericht Mayen ist als Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit zuständig für erstinstanzliche Zivil-, Straf-, Bußgeld- und Familienverfahren. Seit dem 1. April 1992 sind dem Amtsgericht Mayen zudem sämtliche Mahnverfahren in Rheinland-Pfalz zur ausschließlichen Bearbeitung zugewiesen. Aufgrund eines Staatsvertrags der beteiligten Länder vom 10. Dezember 2004 ist das Amtsgericht Mayen seit dem 1. April 2005 das „Gemeinsame Mahngericht der Länder Rheinland-Pfalz und Saarland“.

Der Gerichtsstandort kann auf eine lange Tradition zurückblicken: Schon seit dem Ausgang des Mittelalters besaß das Amt Mayen sowohl die niedere als auch die höhere Gerichtsbarkeit. Im September 1821 wurden die Friedensgerichte in der Rheinprovinz etabliert, so auch in Mayen. Nach Inkrafttreten der Reichsjustizgesetze wurde das Friedensgericht zum 1. Oktober 1879 in das Amtsgericht Mayen umgewandelt. 1908 wurde mit dem Bau des heutigen Gerichtsgebäudes an der St. Veit-Straße begonnen. Am 30. Januar 1911 wurde das Bauwerk, in dem auch das Katasteramt untergebracht war, seiner Bestimmung übergeben. Zur Aufnahme des benötigten Personals sowie der technischen Ausstattung des Mahngerichts wurde in den Jahren 1991/92 ein Anbau an das bestehende Gerichtsgebäude errichtet.

Heute sind am Amtsgericht Mayen rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, darunter acht Richterinnen und Richter.