Justizminister Herbert Mertin besucht Amtsgericht Wittlich

„Das Amtsgericht Wittlich ist in der Stadt und der Region fest verwurzelt! Seit mehr als 200 Jahren wird hier Recht gesprochen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gerichts tragen den Rechtsstaat in die Fläche und machen ihn für die Menschen greif- und erfahrbar. Sie sind das Aushängeschild einer bürgernahen, leistungsstarken und unabhängigen Justiz“, erklärte der Minister anlässlich seines heutigen Besuchs des Gerichts.

Im Gespräch mit der Direktorin des Amtsgerichts, Ingrid Luther, informierte sich der Minister über die aktuelle personelle Situation, den Geschäftsanfall und die bauliche Situation vor Ort.

„Gerne möchte ich meinen heutigen Besuch nutzen, um Ihnen für Ihre engagierte und kompetente Arbeit bei anhaltend hoher Belastung zu danken. Auch auf außergewöhnliche Situationen – wie etwa die sprunghaft gestiegenen Bußgeldverfahren durch den Einsatz neuer Geschwindigkeitsmessgeräte der Polizei – haben Sie souverän reagiert“, so Mertin abschließend.

Information:

Das Amtsgericht Wittlich ist eines von acht Amtsgerichten im Bezirk des Landgerichts Trier und eines von insgesamt 46 Amtsgerichten in Rheinland-Pfalz.

Wittlich blickt als Gerichtsstandort auf eine mindestens 800-jährige Tradition zurück. Das Gericht in seiner heutigen Form geht auf das 1796 gegründete Friedensgericht zurück. Durch die Reichsjustizgesetze von 1877 ging es zum 1. Oktober 1879 in das neu geschaffene Amtsgericht über. Während vieler Jahrzehnte wurde die Wittlicher Gerichtsbarkeit in dem ursprünglich zum Schloss Philippsfreude gehörenden Marstall- und Kellnereigebäude in der Stadtmitte ausgeübt. Obwohl seine Räumlichkeiten nur noch notdürftig ausreichten und das Bauwerk im 2. Weltkrieg erheblichen Schaden erlitten hatte, wurde es bis zum Jahre 1954 weiterhin als Amtsgerichtsgebäude genutzt. 1954 verkaufte die Stadt Wittlich als zwischenzeitliche Eigentümerin des ehemaligen Amtsgerichtsgebäudes das Objekt an die Kreissparkasse Wittlich, die es abriss um an gleicher Stelle das Hauptgebäude der Sparkasse zu errichten. Der Grundstein zum Neubau des jetzigen Amtsgerichtsgebäudes wurde am 26. Juli 1956 gelegt. Am 1. Juli 1957 wurde dieses Gebäude seiner Bestimmung übergeben und von August 1998 bis Ende 2002 vollständig saniert.

Am Gericht sind derzeit rund 60 Bedienstete beschäftigt, darunter elf Richterinnen und Richter. Im Jahr 2018 hatten diese unter anderem 486 Zivilverfahren, 486 Familiensachen sowie 1.870 Straf- und Bußgeldverfahren zu bearbeiten.