Justizminister Herbert Mertin: „Sozialtherapie ist ein unverzichtbarer Baustein des Strafvollzugs“

Justizminister Herbert Mertin hat heute den Festakt zum 50-jährigen Bestehen der Justizvollzugsanstalt Ludwigshafen - Sozialtherapeutische Anstalt - eröffnet.

Minister Mertin bedankte sich in seiner Begrüßungsansprache bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren unermüdlichen Einsatz in der Justizvollzugsanstalt: „Sie alle helfen mit Ihren zahlreichen und kreativen Therapieangeboten dabei, dass rückfallgefährdete Straftäter künftig straflos leben können. Hierbei vollbringen Sie mit Ihrer tagtäglichen Arbeit kleine Wunder, denn manch “schwieriger Fall“ hat Ihre Einrichtung schon als anderer Mensch verlassen.“

Zur Arbeit in der Sozialtherapeutischen Anstalt erklärte Minister Mertin weiter: „Wenn man den Begriff „Sozialtherapeutische Anstalt“ hört, denkt man zunächst nicht unbedingt an eine Justizvollzugsanstalt und an den Strafvollzug. Dabei ist Ihre Arbeit ein Teil des klassischen Strafvollzugs und zwar ein ganz besonderer und wichtiger Teil. Ein Aufenthalt hier ist sicher kein „lockerer Knast“ oder ein „Kuschelvollzug“. Es erfordert einiges an Mut und Anstrengung, sich seiner Vergangenheit und seinen Problemen zu stellen, sich damit zu beschäftigen und hierüber auch noch mit anderen, sogar fremden Personen zu sprechen.

Durch das umfangreiche sozialtherapeutische Behandlungsprogramm mit beispielsweise Einzel- und Gruppentherapien, Anti-Gewalt-Training und der Arbeit in einer Impulskontrollgruppe kann die Rückfallquote von Straftätern deutlich reduziert werden. Minister Mertin hob die Bedeutung der integrativen Sozialtherapie hervor: „Jede erfolgreiche sozialtherapeutische Behandlung bedeutet, dass ein ehemaliger Straftäter künftig straffrei lebt. Dies bedeutet gleichzeitig auch, dass es ein Opfer weniger gibt. Sozialtherapeutische Arbeit mit Straftätern ist damit letztlich insbesondere auch eine Maßnahme des Opferschutzes. Ich finde, dass die erheblichen Anstrengungen dies wert sind.“

Kürzlich konnte der Anbau der Justizvollzugsanstalt mit einer neuen Turnhalle, einer neuen Pforte, Werkstatt und Besucherraum fertig gestellt werden. „Lieber Herr Händel, ich wünsche Ihnen als Leiter der Sozialtherapeutischen Anstalt und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern viel Freude mit den neuen Räumlichkeiten, auch wenn es bis zur Fertigstellung ein weiter Weg war. Nutzen Sie die sich bietenden Möglichkeiten, damit Sie weiter erfolgreich die Gesellschaft ein bisschen sicherer und sicherer machen“, äußerte Herbert Mertin abschließend.

Information:

Die JVA -Sozialtherapeutische Anstalt- Ludwigshafen ist zuständig für die Vollstreckung von Freiheitsstrafen nach Maßgabe des § 24 LJVollzG. Sie ist eine sozialtherapeutische Einrichtung, die Strafgefangene aufnimmt, die bereits eine gewisse Zeit in anderen geschlossenen Justizvollzugsanstalten in Rheinland-Pfalz verbracht haben.

In der Sozialtherapeutischen Anstalt Ludwigshafen werden spezielle Behandlungsangebote für Straftäter vorgehalten, die über die Ursachen ihrer Straffälligkeit nachdenken und an sich arbeiten wollen bzw. müssen, um die Gefahr erneuter Straftaten zu vermindern. Das Behandlungsangebot umfasst im Wesentlichen einzel– und verschiedene gruppentherapeutische Maßnahmen sowie das betreute Zusammenleben in Wohngruppen. Ergänzt wird das Behandlungsprogramm durch diverse weitere Maßnahmen (z.B. Soziale Trainings, Schulunterricht, Freizeit– und Sportangebote).

Eine Aufnahme in die Sozialtherapeutische Anstalt ist beispielsweise nur möglich, wenn die voraussichtliche Behandlungszeit noch mindestens 18 Monaten beträgt. Ideal für eine sozialtherapeutische Behandlung ist ein Zeitraum zwischen 2 bis 4 Jahren.

Die Justizvollzugsanstalt Ludwigshafen verfügt über 57 Plätze im geschlossenen Vollzug und 9 Plätze auf einer Freigängerabteilung. Es gibt weitere Sozialtherapeutische Anstalten in der Justizvollzugs- und Sicherungsverwahrungsanstalt Diez sowie der Jugendstrafanstalt in Schifferstadt