Staatssekretär Dr. Matthias Frey: „Straffälligenhilfe als wichtige Ergänzung des Justizvollzugs“

Staatssekretär Dr. Matthias Frey hat heute den Pfälzischen Verein für Soziale Rechtspflege Kaiserslautern e.V. besucht.

Zunächst stellten die Vorsitzende des Vereins, Frau Hiltrud Strauß, sowie der Geschäftsführer des Vereins, Herr Willi Schattner, im Arbeits- und Sozialpädagogischen Zentrum (ABS) in Kaiserslautern verschiedene Projekte des Vereins vor. An diese Vorstellung schloss sich ein Rundgang durch die verschiedenen Werkstätten im ABS an. Dabei bedankte sich Staatssekretär Dr. Matthias Frey bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren tatkräftigen Einsatz: „Viele Menschen sind aufgrund persönlicher Probleme wie fehlender Qualifikation, Straffälligkeit oder Suchtproblemen, teilweise schon lange Zeit arbeitslos. Sie alle helfen mit den zahlreichen arbeitspädagogischen Maßnahmen und Beschäftigungsprojekten dabei, dass diese Menschen wieder den Weg zurück in das Erwerbsleben finden. Das gibt den Menschen Struktur im Alltag und trägt maßgeblich zur ihrer Resozialisierung bei. Die Straffälligenhilfe ist dadurch eine wichtige Ergänzung des Justizvollzugs.“

Am Nachmittag besichtigte der Staatssekretär dann die Galappmühle, eine im 15. Jahrhundert errichtete ehemalige Öl- und Getreidemühle am Stadtrand von Kaiserslautern. Sie wurde 2018 vom Verein umgebaut und wird seitdem als Tagungs- und Freizeithaus mit Übernachtungs- und Bewirtungsmöglichkeit geführt.

„Der Verein packt bei vielen gesellschaftlichen Herausforderungen an: Dies gilt nicht nur für die Straffälligenhilfe, sondern auch für den Bereich der Einwanderung. So stellt er mit der Galappmühle unbegleiteten minderjährigen Ausländern einen sicheren Ort zum Ankommen zur Verfügung und bietet ihnen vielfältige Betreuungsmöglichkeiten.“

Information:

Der Pfälzische Verein für Soziale Rechtspflege e.V. unterhält ein breites Angebot im Bereich der Straffälligenhilfe, wie beispielsweise soziale Projekte für zahlungsunfähige Geldstrafenschuldner und Personen mit richterlichen Arbeitsauflagen. Er bietet darüber hinaus berufliche Qualifizierungsmaßnahmen an. Im Rahmen dieser Maßnahmen betreibt der Verein ein Möbellager, verschiedene Werkstätten, einen Gebrauchtwaren- und einen Möbelladen, einen Second-Hand-Baumarkt und seit 1996, in Zusammenarbeit mit der Stadt Kaiserslautern, den städtischen Wertstoffhof. Sitz und Haupttätigkeitsfeld des Vereins ist das Arbeits- und Sozialpädagogische Zentrum in Kaiserslautern.

Der Verein ist einer von vier Mitgliedsvereinen im Pfälzischen Verband für Soziale Rechtspflege e.V. Der Verband hat seine Wurzeln in dem 1956 unter dem Namen „Pfälzische Straffälligenhilfe“ in Zweibrücken gegründeten Verein. Dieser hatte es sich zum Ziel gesetzt, durch vielfältige Förderung sozialer Rechtspflege Kriminalität zu bekämpfen und war zunächst in den Justizvollzugsanstalten und in den Dienststellen der Bewährungshilfe tätig. In den folgenden Jahren erweiterte sich die „Pfälzische Straffälligenhilfe“ kontinuierlich in ihren Aufgaben- und Tätigkeitsbereichen und es erfolgte eine organisatorische Aufteilung des Vereins in die vier Bezirksvereine: Kaiserslautern, Landau, Pirmasens und Frankenthal. Der Verein in Zweibrücken übernahm sodann die Funktion eines Dachverbands.