Festakt zum Tag der Menschrechte – Bundesverfassungsrichter Professor Dr. Andreas Paulus sprach zur Entwicklung der Menschenrechte im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz

"Auf den Tag genau vor 70 Jahren hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verkündet. Seitdem hat sich die Lage der Menschenrechte auf der Welt für viele Menschen zwar substantiell verbessert, es bleibt aber noch ein langer Weg dahin, dass wirklich 'alle Menschen frei und gleich an Würde und Rechten geboren' werden, wie es in Artikel 1 der Erklärung heißt. Das Bewusstsein dafür zu wecken, dass die Menschenrechte beharrlich und immer wieder aufs Neue erkämpft werden müssen, ist mir ein besonderes Anliegen", erklärte Justizminister Herbert Mertin anlässlich des gestrigen Festaktes des Ministeriums der Justiz zum Tag der Menschenrechte im Landesmuseum Mainz.

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (UN-Menschenrechtscharta) wurde am 10. Dezember 1948 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen in Paris verkündet. Der 10. Dezember als Tag der Verkündung wird seither als Internationaler Tag der Menschenrechte begangen. Das Ministerium der Justiz würdigt diesen Tag seit vielen Jahren traditionell mit einem Festakt, der eines der Menschenrechte besonders in den Mittelpunkt stellt.

Den diesjährigen Festvortrag zur "Künstlichen Intelligenz aus menschenrechtlicher Sicht" hielt Professor Dr. Andreas Paulus. In seinem Vortrag betonte er: "Die Menschenrechte sind nichts, was wir einmal in der Vergangenheit beschlossen haben und jetzt ruhen lassen könnten. Sie müssen vielmehr stetig an die Fragen der Zeit und neue Technologien angepasst werden." Deutlich machte er dies an aktuellen Beispielen wie 'Social Bots' und autonomen Waffen- oder Automobilsystemen. "Wir müssen auch mithilfe des Rechts sicherstellen, dass Maschinen den Menschen dienen und nicht die Menschen den Maschinen", so Paulus abschließend.

Professor Dr. Andreas Paulus hat seit dem Wintersemester 2006/07 den Lehrstuhl für öffentliches Recht, insbesondere Völkerrecht, an der Georg-August-Universität Göttingen inne und wurde am 16. März 2010 als Richter des Bundesverfassungsgerichts vereidigt. Als Mitglied des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts ist er unter anderem für das Recht des geistigen Eigentums zuständig.

Die Veranstaltung wurde musikalisch umrahmt von dem "Trio d'anches": Kathrin Mayer am Fagott, Julia Büttner an der Oboe und Carina Stamm an der Klarinette.