Justizminister Herbert Mertin verabschiedet Leiter des Bildungszentrums der JVA Zweibrücken Franz Josef Schatz

In der Justizvollzugsanstalt Zweibrücken wurde heute im Rahmen einer Feierstunde der langjährige Leiter des dortigen Bildungszentrums, Herr Franz Josef Schatz, in den Ruhestand verabschiedet. Justizminister Herbert Mertin dankte Franz Josef Schatz für dessen langjährige verantwortungsvolle Tätigkeit im Dienste der beruflichen Bildung von Gefangenen:

„In den vergangenen 34 Jahren haben Sie sich vorbildlich in den unterschiedlichsten Funktionen der Weiterentwicklung der Bildungsarbeit verschrieben – egal ob als Ausbilder, Lehrgangsleiter, in der Personalentwicklung oder seit 2010 als Leiter der Bildungsstätte.

Es ist das gesetzlich festgeschriebene Ziel des Justizvollzugs, die Inhaftierten zu einem Leben in sozialer Verantwortung ohne Begehung weiterer Straftaten zu befähigen. Diesem Ziel haben sich die JVA Zweibrücken und das Berufsfortbildungswerk bereits vor über 40 Jahren in enger Kooperation angenommen. Damit dies auch in der Praxis dauerhaft gelingen kann, bedarf es engagierter Persönlichkeiten wie der Ihren, die nie müde werden, dieses Projekt voranzutreiben und stetig verbessern.

Als Leiter der Bildungsstätte haben Sie – orientiert am individuellen Resozialisierungs- und Bildungsbedarf der Inhaftierten – stetig für eine Weiterentwicklung des Maßnahmenangebotes gesorgt und unterschiedliche Schwerpunkte der Kompetenzentwicklung aufgegriffen.

Mit Ihrer ruhigen, besonnen aber gleichsam diplomatischen wie verbindlichen Art ist es Ihnen gelungen, das Bildungszentrum personell und konzeptionell solide aufzustellen. Das Vollzugsziel der Resozialisierung haben Sie in erheblichem Maße mitgestaltet und dadurch vielen Gefangenen eine neue Perspektive eröffnet.

Für Ihre Leistungen möchte ich Ihnen heute meinen herzlichen Dank aussprechen und Ihnen für den wohlverdienten Ruhestand alles Gute, vor allem natürlich Gesundheit, wünschen.“

 

Information:

Die JVA Zweibrücken ist eine von zehn Haftanstalten des Landes Rheinland-Pfalz und besteht seit 1845. Sie wurde von 1839-1845 als bayerisches Bezirksgefängnis erbaut und gilt damit als die älteste rheinland-pfälzische Justizvollzugsanstalt. Derzeit sind dort etwa 390 Gefangene untergebracht, darunter rund 130 Frauen.

Das Bildungszentrum der JVA Zweibrücken wurde 1976 als Kooperationsprojekt zwischen der Justizverwaltung Rheinland-Pfalz und dem Berufsfortbildungswerk (bfw) des DGB errichtet, nachdem das bfw bereits 1972 eine Zusammenarbeit mit der JVA Zweibrücken begonnen hatte. Hier können die Gefangenen Kenntnisse und Fertigkeiten erlernen, die aktuell auf dem Arbeitsmarkt nachgefragt werden. Die Lehrgänge münden in einen IHK- oder einen HWK-Abschluss, wobei derzeit 13 verschiedene Ausbildungslehrgänge erlernt werden können. Inhaftierte, die eine kürzere Haftzeit verbüßen, haben die Möglichkeit einer Teilqualifizierung. Kann eine begonnene Berufsausbildung nicht beendet werden, bestehen Beratungs- und Hilfsangebote, damit der Abschluss nach der Haftzeit erfolgen kann.