Konstituierende Sitzung der Bioethik-Kommission des Landes Rheinland-Pfalz zum Thema CRISPR/CAS9 – Justizminister Mertin: „Wollen an alte Führungsrolle anknüpfen“

Unter dem Vorsitz von Staatsminister Herbert Mertin fand heute im Mainzer Justizministerium die konstituierende Sitzung der Bioethik-Kommission des Landes Rheinland-Pfalz zu dem Thema CRISPR/CAS9 statt.

Mertin zeigte sich erfreut darüber, dass nach siebenjähriger Unterbrechung die Tradition der Bioethik-Kommissionen wieder aufgenommen wird: „Die rheinland-pfälzischen Bioethik-Kommissionen haben in den 80er und 90er Jahren wichtige Akzente gesetzt und die bundespolitischen Debatten auf dem Feld bioethischer Fragen ganz maßgeblich geprägt. An diese alte Führungsrolle möchten wir nun wieder anknüpfen“.

Der Kommission gehören rund 20 Vertreter an, darunter Wissenschaftler (Ethiker, Theologen, Mediziner, Naturwissenschaftler, Juristen) sowie Vertreter aus Wirtschaft, Gewerkschaften und zuständigen Landesministerien. Ergänzend werden externe Sachverständige gehört. Sie üben ihre Tätigkeit ehrenamtlich aus.

Die Bioethik-Kommission des Landes Rheinland-Pfalz wurde erstmals im Jahre 1985 einberufen und ist seitdem beim Ministerium der Justiz angesiedelt. Seit ihrem Bestehen hat sie neun Berichte vorgelegt (u.a. zu Stammzellenforschung, Fortpflanzungsmedizin und Sterbehilfe), zuletzt im Jahr 2010. Diese finden sich unter https://jm.rlp.de/de/themen/bioethik-kommission-rheinland-pfalz/.

Die Kommission wird sich mit den zu der Technik CRISPR/CAS9 auftretenden Fragestellungen aus ethischer, sozialer, rechtlicher und wirtschaftlicher Perspektive beschäftigen. Die Technik hat seit 2012 in der biomedizinischen Forschung Einzug gehalten. Mit ihr kann die DNA fast jedes Organismus, einschließlich des Menschen, schnell, kostengünstig und einfach verändert werden. CRISPR steht dabei für „Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats“ und bezeichnet einen Abschnitt im Erbgut von Bakterien. CAS9 ist eine sogenannte Endonuklease – ein Enzym, das DNA schneidet.

Es ist beabsichtigte, dass die Kommission ihren Abschlussbericht im Laufe dieser Legislaturperiode vorlegt.