Sozialdienst der Justiz

Bewährungshilfe

Die Bewährungshilfe gehört wie die Führungsaufsicht und  die Gerichtshilfe (s. unter Staatsanwaltschaften) zum Sozialdienst der Justiz.
Das Land Rheinland-Pfalz hat die Aufgaben dieses Dienstes durch das Landesgesetz über den Sozialdienst der Justiz vom 26. September 2000 geregelt.

Die Aufgaben des Sozialdienstes der Justiz werden in der Regel hauptamtlich von staatlich anerkannten Sozialarbeiterinnen, Sozialarbeitern, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen wahrgenommen, die ein Fachhochschulstudium absolviert haben. Im Einzelfall kann das Gericht auch eine ehrenamtliche Bewährungshelferin oder einen ehrenamtlichen Bewährungshelfer bestellen.

Die Führungsaufsichtsstellen werden in Rheinland-Pfalz von Richterinnen und Richtern geleitet. 

Bewährungshilfe und Führungsaufsicht unterstehen der Aufsicht der Präsidentinnen und Präsidenten der Landgerichte. 

Eine Bewährungshelferin oder ein Bewährungshelfer wird vom Gericht bestellt, wenn die Verbüßung einer Jugend- oder Freiheitsstrafe oder die Vollstreckung des Restes einer Jugend- oder Freiheitsstrafe zur Bewährung ausgesetzt worden ist. Bei einer Verurteilung nach dem Jugendstrafrecht ist die Unterstellung zwingend. Die gesetzlichen Bestimmungen ergeben sich aus den §§ 56-58 Strafgesetzbuch sowie den §§ 21-30, 88 und 113 Jugendgerichtsgesetz.
 
Bewährungshelferinnen und Bewährungshelfer stehen Verurteilten durch ein System von betreuenden und kontrollierenden Maßnahmen hilfreich zur Seite. Sie unterstützen insbesondere bei der Gestaltung der grundsätzlichen Lebensbedingungen wie Wohnungs- und Arbeitsplatzsuche, Regelung finanzieller Probleme, Vermittlung in weitergehende therapeutische Hilfen (z.B. Sucht- oder Sexualtherapie) sowie Beratung und Unterstützung bei allen erkennbaren persönlichen Problemen. Hierzu gehört auch die Aufarbeitung der Folgen der Straftat. Darüber hinaus hat die Bewährungshilfe aber auch die auferlegten Auflagen und Weisungen zu überwachen, die das Gericht den Verurteilten auferlegt hat. Dem Gericht ist regelmäßig über die Lebensführung der Verurteilten zu berichten.

Für Verurteilte, die im Rahmen der Führungsaufsicht nach den §§ 68 ff Strafgesetzbuch der Bewährungshilfe unterstellt wurden, gelten für die Betreuung die gleichen Bedingungen, wie oben beschrieben.

Neben der Einzelbetreuung bietet die Bewährungshilfe in Zusammenarbeit mit den Vereinen der Bewährungs- und Straffälligenhilfe auch Projektarbeit- und Gruppenarbeit an. Dies sind insbesondere Wohn- und Beschäftigungsprojekte, aber auch soziale Trainingskurse, Anti-Aggressions-Training und freizeitpädagogische Angebote.

Detaillierte Angaben hierzu finden Sie unter der Broschüre “Straffälligenhilfe auf neuen Wegen" ebenfalls auf dieser Homepage.

 
In Rheinland-Pfalz sind derzeit rund 120 Bewährungshelferinnen und Bewährungshelfer tätig. Nähere Angaben über Zuständigkeiten und Sprechstunden erfahren Sie über die nachstehenden Adressen und Telefonnummern. 

 

Bewährungshilfe bei dem Landgericht

Bad KreuznachTraubenstr. 1055543 Bad KreuznachTel.: 0671-708 900
FrankenthalBahnhofstr. 3367227 FrankenthalTel.: 06233-804 432
KaiserslauternJustizzentrum,
Eingang Glockenstr. 76
67655 KaiserslauternTel.: 0631-3721-192
KoblenzKarmeliterstr. 1456068 KoblenzTel.: 0261-102 0
LandauReiterstr. 16
(Eingang Friedrich-Ebert-Str.)
76829 LandauTel.: 06341-22703
MainzHindenburgstr. 855118 MainzTel.: 06131-141 4501
TrierSchönbornstr. 1b54295 TrierTel.: 0651-466 2220
Tel.: 0651-466 2310
ZweibrückenGoetheplatz 466484 ZweibrückenTel.: 06332-805 0

 

 

 

Gerichtshilfe

Die Gerichtshilfe gehört wie die Bewährungshilfe und Führungsaufsicht zum Sozialdienst der Justiz.
Das Land Rheinland-Pfalz hat die Aufgaben dieses Dienstes durch das Landesgesetz über den Sozialdienst der Justiz vom 26. September 2000 geregelt.

Die Aufgaben des Sozialdienstes der Justiz werden in der Regel hauptamtlich von staatlich anerkannten Sozialarbeiterinnen, Sozialarbeitern, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen wahrgenommen. Nur die Leitung der Führungsaufsichtsstellen wird von Richterinnen und Richter wahrgenommen.

Die Gerichtshilfe untersteht der Aufsicht der Leiterinnen und Leiter der Staatsanwaltschaften. 

Rechtliche Grundlagen für die Tätigkeit der Gerichtshilfe sind die Bestimmungen der §§160 Abs. 3 und 463 Strafprozessordnung. Die Gerichtshilfe kann von Gerichten und Staatsanwaltschaften in jedem Stadium eines Strafverfahrens eingeschaltet werden. Der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit liegt im Ermittlungsverfahren. Aufgabe sind hier insbesondere die Erforschung der Persönlichkeit und des Umfelds eines oder einer Beschuldigten, der Ursachen und Beweggründe für das Verhalten, aber auch die Prognose für die künftige Lebensführung. Hierzu führt die Gerichtshilfe Gespräche mit den Betroffenen sowie Personen ihres Umfelds (Familie, Partner, Freunde etc.). Die Stellungnahme der Gerichtshilfe dient der Vorbereitung einer Entscheidung der Staatsanwaltschaft oder des Gerichts. Die Gerichtshilfe berücksichtigt alle Umstände, die zu Gunsten oder zu Lasten von Beschuldigten ins Gewicht fallen. Es sollen Gegebenheiten festgestellt werden, die für die Strafzumessung, die Strafaussetzung zur Bewährung und die Anordnung von Maßregeln der Besserung und Sicherung von Bedeutung sein können (§ 46 StGB).
 
Die Gerichtshilfe kann im Bedarfsfall weitergehende psychosoziale Hilfen sowohl für den Beschuldigten als auch das Opfer einer Straftat vermitteln.
 
Sie erreichen die Gerichtshilfe unter folgenden Anschriften.

Gerichtshilfe bei der Staatsanwaltschaft

Bad KreuznachWilhelmstr. 7-1155543 Bad KreuznachTel.: 0671-708506
FrankenthalEmil-Rosenberg-Str. 267227 FrankenthalTel.: 06233-80339
KaiserslauternBahnhofstr. 2467657 KaiserslauternTel.: 0631-3721268
KoblenzDeinhardpassage 156068 KoblenzTel.: 0261-1207 30740
LandauMarienring 1376829LandauTel.: 06341-22524
MainzHindenburgstr. 855118 MainzTel.: 06131-141 3070
TrierChristophstr. 154290 TrierTel.: 0651-9920 4318
ZweibrückenGoetheplatz 266484 ZweibrückenTel.: 06332-805 4008
Tel.: 06332-805 4010