Justizstaatssekretär Dr. Matthias Frey hat heute gemeinsam mit den Präsidenten der Oberlandesgerichte Koblenz und Zweibrücken, Thomas Henrichs und Bernhard Thurn, die neuen Räumlichkeiten des Justizausbildungszentrums (JAZ) Saarburg im sogenannten Küchenhaus der ehemaligen französischen Kaserne eingeweiht. Auch der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell, Jürgen Dixius, und der Bürgermeister der Stadt Saarburg, Andreas Reymann, richteten Grußworte an die Gäste.
Staatsekretär Dr. Frey zeigte sich begeistert von den neuen Räumen: „Die Renovierung ist wirklich fantastisch gelungen! Das neue Ausbildungszentrum im Küchenhaus der ehemaligen Kaserne „de Lattre“ stellt zweifellos einen Meilenstein für die Ausbildung im Justizfachwirtedienst dar. Ich danke allen Beteiligten, die mit viel Hingabe und Liebe zum Detail zum Gelingen dieses wirklich tollen Projekts beigetragen haben, herzlich. Ein besonderer Dank gilt Ihnen, Herr Dixius. Als Bürgermeister haben Sie die Instandsetzung von Anfang an mit großem Engagement begleitet und sich damit für die Zukunft des Justizausbildungsstandorts Saarburg eingesetzt. Wir freuen uns auf die weitere erfolgreiche Zusammenarbeit mit Ihnen, Herr Reymann, dem neuen Bürgermeister der Stadt!“
Der feierlichen Einweihung war eine einjährige Renovierungs- und Ausbauphase vorangegangen. Im ehemaligen Küchenhaus der Kaserne sind dabei auf insgesamt 558 Quadratmetern vier multifunktionale Seminarräume für über 120 Anwärterinnen und Anwärter, ein Sekretariat, ein Lehrerzimmer sowie mehrere Aufenthaltsbereiche entstanden. Im Dachgeschoss wurden zusätzlich 14 möblierte Appartements für die Auszubildenden eingerichtet.
Ein besonderer Vorteil des neuen Gebäudes ist, dass alle Unterrichtsräume wie bei einer Campus-Universität unmittelbar beieinanderliegen. „Damit steht der Justiz ein modernes Schulungszentrum zur Verfügung, das den zukünftigen Bedarf an Ausbildungsplätzen deckt und die Ausbildung unter einem Dach ermöglicht. Das Küchenhaus bietet eine moderne Ausbildungsumgebung, die Maßstäbe setzt. Ich bin mir sicher, dass wir diesen Karriereweg für junge Nachwuchskräfte deutlich attraktiver machen.“, so Staatssekretär Dr. Matthias Frey.
Aktuell absolvieren 94 Justizfachwirtanwärterinnen und -anwärter im Alter von 16 bis 32 Jahren den theoretischen Teil ihrer gut zweijährigen Ausbildung im JAZ Saarburg.
Information:
Am 7. März 2024 haben der Präsident des Oberlandesgerichts Koblenz Thomas Henrichs und der damalige Bürgermeister der Stadt Saarburg Jürgen Dixius den Mietvertrag für das erweiterte Lehrgangsgebäude in der ehemaligen Kaserne „de Lattre“ in Saarburg unterschrieben und damit den Startschuss für den Ausbau des Justizausbildungszentrums (JAZ) gegeben.
Die Ausbildung zur Justizfachwirtin bzw. zum Justizfachwirten dauert 26 Monate. Die praktischen Ausbildungszeiten verbringen die Anwärterinnen und Anwärter bei den Gerichten und Staatsanwaltschaften vor Ort. Zu den fachtheoretischen Lehrgängen kommen sie für mehrere Monate in Saarburg zusammen. Mit der schriftlichen und mündlichen Prüfung im August und September jedes Jahres schließt die Ausbildung ab. Mit Beginn der Ausbildung werden die Bewerberinnen und Bewerber in das Beamtenverhältnis auf Widerruf berufen. Erfolgreich geprüfte Anwärterinnen und Anwärter werden in der Regel als Justizsekretärin bzw. Justizsekretär in das Beamtenverhältnis auf Probe übernommen. Nach erfolgreich abgeleisteter Probezeit können sie in das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit berufen werden. Justizfachwirtinnen und -wirte können zudem zur Gerichtsvollzieherlaufbahn zugelassen und nach einer weiteren Ausbildung von 20 Monaten und dem Ablegen der Gerichtsvollzieherprüfung zur Gerichtsvollzieherin bzw. zum Gerichtsvollzieher ernannt werden. Hochqualifizierte Beamtinnen und Beamte haben weiter die Möglichkeit, zum Aufstieg zugelassen zu werden. Nach einer Ausbildung von drei Jahren und nach Ablegen der Aufstiegsprüfung können sie dann als Rechtspflegerin bzw. Rechtspfleger eingesetzt werden.